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Der Alte Kanal – Ludwig-Donau-Main-Kanal – Ludwigskanal

Der Alte Kanal zwischen Nürnberg und Neumarkt/Opf.

Besuchsdatum: 2005-2007
Beschreibung unter den Bildern
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Der Alte Kanal
Treidelschiff "Elfriede"
Ludwigskanal
Kettenbacher Damm
Ludwig-Donau-Main-Kanal
Bei Pfeifferhütte

Bei Schleuse 66
Winter am Kanal
Winter am Kanal
Verladekran
Verladekran
Kanalhafen Worzeldorf
Kanalhafen Worzeldorf
Verladekran im Kanalhafen
Verladekran im Kanalhafen
Bei Schwarzenbach
Bei Schwarzenbach
Brückkanal
Brückkanal
Kanaldenkmal in Erlangen
Kanaldenkmal in Erlangen
Brückkanal
Brückkanal
Der Alte Kanal
Brückkanal
Ludwigskanal
Am Brückkanal
Schleuse 58
Schleuse 58
Dörlbacher Einschnitt
Dörlbacher Einschnitt
Brückkanal
Schautafel
Schleusentor
Schleusentor
Bei Berg
Bei Berg
Schleuse 35
Schleuse 35
Schleuse bei Burgthann
Schleuse bei Burgthann


Der Ludwigskanal, oder Ludwig-Donau-Main-Kanal wie er offiziell heißt, wird in Nürnberg und Umgebung einfach nur "Der Alte Kanal" genannt. Bereits Karl der Große versuchte im Jahr 793 Main und Donau mit dem "Karlsgraben" (lat.: Fossa Carolina) zu verbinden. Diese Vorhaben stand unter keinem glücklichem Stern. Sumpfiger Boden, Grundwasserbildung, ständiger Regen sowie Kriegsereignisse zwangen zum Abbruch des Unternehmens.

Auch in den folgenden Jahrhunderten gab es immer wieder Pläne für eine schiffbare Wasserstraße zwischen den beiden Flüssen. Erst Ludwig I., König von Bayern, nahm dieses Großprojekt real in Angriff.

König Ludwig beauftragte 1825 Heinrich Freiherr von Pechmann mit den Planungen für den Ludwigskanal. Der Baubeginn erfolgte im Jahr 1836. Mit bis zu 9000 Arbeitern wurde an sieben verschiedenen Stellen begonnen ein schiffbares Flussbett zwischen Donau und Main auszuheben. Technisch standen jetzt ganz andere Mittel zur Verfügung, die es zur Zeit Karls des Großen natürlich noch nicht gab.

Aber eben diese technischen Errungenschaften waren es, die dem Ludwig-Donau-Main-Kanal keine große Zukunft bescherten. Bereits 1835, also noch vor Baubeginn, fuhr die erste deutsche dampfgetriebene Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth – die Initialzündung für Eisenbahnbau in Deutschland. Als der Ludwigskanal nach einigen technischen Rückschlägen am 15. Juli 1846 eingeweiht wurde, war König Ludwig I. nicht anwesend – sein Herz schlug bereits für die fortschrittlichere Bahn.

Dennoch, die Realisierung des Ludwig-Donau-Main-Kanals war eine Meisterleistung. Es wurde eine 178 km lange schiffbare Wasserstraße erschaffen, die 187 Höhenmeter überwand. Einhundert Schleusen wurden gebaut, 117 Brücken und Stege überquerten den Wasserweg. Die Schiffe fuhren (noch) nicht mit Motorkraft, sondern wurden getreidelt, als von Pferden gezogen. Die Fahrzeit von Kehlheim nach Bamberg (oder umgekehrt) betrug mit Pferdekraft fünf bis sechs Tage.

Finanziell rechnete sich der Schiff-Fahrtsweg nicht. Anfangs erwirtschaftete man noch bescheidenen Gewinn, ab 1863 verzeichnete man nur noch Verluste. Der Ludwigskanal wurde einfach vom technischen Fortschritt überrollt. Dass die Baukosten für dieses Großprojekt fast doppelt so hoch als geplant ausfielen (17.433.795 Gulden), sei hier nur am Rande erwähnt.

Große Beliebtheit erlebte der Kanal auf einer kurzen Strecke zwischen Nürnberg und Fürth. Vor dem Zweiten Weltkrieg schipperte der Gastronom Peter Weigel immer Sonntagnachmittag, seine Gäste in den eigenen "Gasthof Weigel" in Fürth-Kronach. Dies geschah mit drei, eigens angeschafften Ausflugsdampfern. Diese Schiffe wurden im Volksmund Schlagrahmdampfer genannt, weil es in Weigels Lokal Kaffee mit ordentlich Schlagrahm drauf gab. Einige Besucher, so wird berichtet, verließen die Kaffeestunde erst spät nachts – mit ziemlicher Schlagseite.

Kühne Vorhaben brauchen visionäre Macher. Karl der Große und Ludwig I. waren ebensolche, obwohl ihren Projekten das nötige Quäntchen Glück bzw. eine vorausschauende Planung fehlte. Die Inschrift am Kanaldenkmal am Erlanger Burgberg lautet:

DONAU UND MAIN
FÜR DIE SCHIFF-FAHRT VERBUNDEN,
EIN WERK VON CARL DEM GROSSEN VERSUCHT,
DURCH LUDWIG I KOENIG VON BAYERN
NEU BEGONNEN UND VOLLENDET
MDCCCXLVI


In unserer Zeit ist "Der Alte Kanal" im Nürnberger Raum ein idyllisches Relikt, übrig geblieben aus Zeiten der Industrialisierung. Die ehemaligen Treidelwege werden heute von Spaziergängern, Joggern und Radlern zur Freizeitgestaltung genutzt. Am besten erhalten, und vom Wasserwirtschaftsamt gepflegt, ist der Abschnitt zwischen Nürnberg und Neumarkt/Opf. An einigen Sommersonntagen verkehrt bei Schwarzenbach (Burgthann), direkt neben dem Gasthaus "Zum Ludwigskanal", das Treidelschiff "Elfriede" auf dem dortigen Kanalabschnitt. An anderen Stellen sind die Spuren des Kanals nur schwer, oder überhaupt nicht mehr zu finden. Zwischen Nürnberg und Bamberg musste der Wasserweg einer schnöden Autobahn weichen.

Die ausführliche Geschichte des Ludwigskanals, mehr über die Schlagrahmdampfer und wie der Alte Kanal fast unbemerkt bis in unsere Zeit überlebte, können Sie hier nachlesen:
http://www.nuernberginfos.de/gewaesser-nuernberg/der-alte-kanal-ludwigskanal.htm

Nicht zu vergessen die Mutter aller Ludwigskanal-Seiten, einschließlich Main-Donau-Kanal und Sulztalbahn. Über Jahre/Jahrzehnte recherchiert und stimmungsvoll ins Bild gesetzt – kein Geheimtipp, sondern ein absolutes Muss für jeden Kanal- und Eisenbahnfan.
http://www.hansgruener.de/kanal.htm

Falls Sie mehr an der Geschichte der ersten deutschen Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth interessiert sind, dann empfiehlt sich folgende Seite:
http://www.nuernberginfos.de/industrialisierung-in-nuernberg/ludwigseisenbahn-nuernberg.html