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EhemaligeTuchfabrik August Schreiterer

Später Veb Streichgarnspinnerei Reichenbach

Besuchsdatum: 14.07.05
Beschreibung weiter unten
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Gründerzeit-Architektur
Gründerzeit-Architektur
Elektroinstallation
Elektroinstallation
Wäscheleine im Lagerraum
Wäscheleine im Lagerraum
Lagerraum neben der Spinnerei
Raum neben der Spinnerei
Werkzeugschrank
Werkzeugschrank
Kammgarn-Spinnmaschine
Kammgarn-Spinnmaschine
Schreibtisch in der Spinnerei
Schreibtisch in der Spinnerei
Kantine in der 2. Etage
Kantine in der 2. Etage
Kantine in der 2. Etage
Kantine in der 2. Etage
Lampe in der Kantine
Lampe in der Kantine
Garderobe in der Kantine
Garderobe in der Kantine
Erich hat den Hut vergessen
Erich hat den Hut vergessen
Büro in der 1. Etage
Büro in der 1. Etage
Ölkanne
Ölkanne
Schlüsselbrett
Schlüsselbrett
Designabteilung, 2. Etage
Designabteilung, 2. Etage
1. Etage
1. Etage
1. Etage
1. Etage
Geschäftsleitung, 3. Etage
Geschäftsleitung, 3. Etage
Die Räder stehen still
Die Räder stehen still
Ausblick
Ausblick
Geschäftsleitung, 3. Etage
Geschäftsleitung, 3. Etage
Büro der Geschäftsleitung
Büro der Geschäftsleitung
Zeitgeist
Zeitgeist
Büro der Geschäftsleitung
Büro der Geschäftsleitung
Kammgarn-Spindeln
Kammgarn-Spindeln
Kammgarn-Spinnmaschine
Kammgarn-Spinnmaschine
Durchblick
Durchblick
Löschgeräte, 1. Etage
Löschgeräte, 1. Etage
Betriebsrat
Betriebsrat
Treppenhaus
Treppenhaus
Steuerung der Spinnmaschine
Steuerung der Spinnmaschine


1883 gründete August Schreiterer seine Fabrik als Wollwäscherei. 1972 wurde der Betrieb verstaatlicht und firmierte (musste frimieren) fortan als VEB Streichgarnspinnerei Reichenbach, Betrieb im VEB Kombinat DEKO.

Das Objekt wartet jetzt auf seinen Abriss. Im Jahr 2009 wird Reichenbach Ausrichter der Landesgartenschau sein und bis dahin "muss dieser Schandfleck weg" (Zitat). An vielen Stellen in der Stadt wird derzeit kräftig renoviert und saniert. Planungen und Projekte für dieses Gebäude gab es genug, doch es konnte kein Investor gefunden werden. Nach meinen derzeitigen Kenntnisstand wird die Stadt Reichenbach in den sauren Apfel beissen, dass Gebäude kaufen und der Abrissbirne preisgeben. Schade eigentlich. Die schöne Gründerzeitarchitektur könnte an anderer Stelle eventuell einen solventen Bauträger finden, der nach einer Entkernung, Lofts für Wohnen und Arbeiten in das Gebäude integrieren würde.

[Update:18.10.2006]
Für das Objekt hat sich noch kein Käufer finden lassen. Wegen der Landesgartenschau Jahr 2009 überlegt man jetzt, das Gebäude eventuell "á la Christo" zu verhüllen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Objekt noch nicht abgerissen wird um vielleicht in "besseren Zeiten" doch noch einen Investor zu finden. Wäre auch wirklich schade um diesen schönen Bau.

[Update:05.07.2007]
Es sieht nicht gut aus für dieses Objekt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es abgerissen. Nachzulesen im
Reichenbacher Anzeiger (PDF).

[Zitat]
Keine Verhüllung des Schreiterer-Gebäudes
Mit sechs Ja- und zwei Nein-Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen sprach sich der Aufsichtsrat der Landesgartenschaugesellschaft nach sachlicher und ausführlicher Diskussion aller Aspekte mehrheitlich für den Abbruch des Hauptproduktionsgebäudes der ehemaligen Streichgarnspinnerei August Schreiterer aus. Die Geschäftsführung wird nun die erforderlichen Genehmigungen einholen ...
[/Zitat]

Wirklich schade. In den Planungen für die Gestaltung des Areals soll aber an die textilindustrielle Vergangenheit erinnert werden.

[Zitat]
... Im Rahmen der weiteren Gestaltung des Areals Schreiterer wird großer Wert auf die Wiederspiegelung der textilindustriellen Vergangenheit gelegt. Neben der kreativen Verarbeitung von Textilien im Freiraum werden auch Themengärten wie der Färbergarten (Präsentation von Pflanzen zum Färben von Textilien) oder der Bassingarten (gestalterisches Nachempfinden der früheren Produktionshalle mit Bassins) die Erinnerung an die Geschichte aufrecht erhalten...
[/Zitat] Nachzulesen
hier.

[Update:20.08.2007]
Es ist soweit. Am 16.08.2007 wurde mit dem Abriss des Schreiterer-Gebäudes begonnen. Der kleine Hoffnungsschimmer für eine Rettung in letzter Minute ist somit dahin.

Andreas Hader aus Reichenbach hat den Abriss fotografisch dokumentiert. Wem nicht das Herz dabei blutet, kann die Abschnitte der Arbeiten auf seiner Internetseite nachverfolgen.

http://www.reichenbacher-bilderbogen.de/Abriss_Schreiterer.htm

Reichenbach im Vogtland – ehemaliges Zentrum der Textilindustrie.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg entwickelte sich in Reichenbach das Tuchmachergewerbe in bedeutendem Umfang, doch ging der Wohlstand der Stadt mit dem Nachlassen der Konjunktur seit 1700 und durch mehrere Stadtbrände, u.a. 1720, 1773 und 1833, merklich zurück. Die 1825 mit der Streichgarn- und Kammgarnspinnerei einsetzende Industrialisierung brachte einen neuen Aufschwung, der die Einwohnerzahl rasch anwachsen ließ. Im Jahre 1841 wurde die erste Dampfmaschine in einer seit 1821 bestehenden Spinnerei aufgestellt. Der frühe Bahnanschluß nach Leipzig 1846 und Plauen - Hof 1851 begünstigte die industrielle Entwicklung. Seit 1863 entstanden mechanische Webereien, Tuchfabriken, Appreturanstalten und Färbereien. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden außerdem Betriebe der Eisenverarbeitung und Anfang des 20. Jahrhunderts Betriebe der Papierverarbeitung errichtet.

Parallel dazu erlebte der Städtebau einen Aufschwung. Der mittelalterlich geprägte Stadtkern mit seinen engen Straßen und Gassen wurde während der Gründerzeit vorwiegend in Richtung Norden schachbrettartig erweitert. Zunächst baute man meist mehrgeschossige Mietwohnungen. Später kamen Wohnsiedlungen mit Gartenstadtcharakter hinzu. 1908 wurde Oberreichenbach und 1924 Cunsdorf in das Stadtgebiet eingemeindet. Ab 1909 besaß die Stadt ein Elektrizitätswerk mit Überlandzentrale. Für die Trinkwasserversorgung entstand 1926 ein 28 m hoher Wasserbehälter auf der Galgenleite. Zum Wahrzeichen der Stadt geworden, prägt er seither die Silhouette und gilt als einzigartig in Deutschland durch seine funktionalistische Bauweise. Im gleichen eindrucksvollen Baustil entstand 1926/27 der Gebäudekomplex der damaligen "Höheren Textilfachschule". 1848 gründete Carl Bruno Weinhold eine Webschule, seinerzeit die erste textile Ausbildungsstätte Deutschlands, deren Traditionen heute in der Westsächsische Hochschule Zwickau/ Hochschulteil Reichenbach fortgesetzt werden. Reichenbach ist Ausbildungsstätte für Studenten der Fachrichtungen Textil- und Ledertechnik sowie Architektur.

Im Jahr 1849 wurde die Reichenbacher Realschule gegründet. Ihr folgten 1884 die Gewerbeschule und 1890 die höhere Handelsschule.

Am 21. März 1945 zerstörte ein anglo-amerikanischer Bombenangriff die Stadt. Insgesamt 163 Opfer waren zu beklagen. 74 Gebäude wurden total zerstört, etwa 300 beschädigt. Am 17. April 1945 kam Reichenbach kurzzeitig unter amerikanische Besetzung. Der Einmarsch der Sowjetarmee erfolgte am 1. Juli 1945. Zu den ersten wiederaufgebauten öffentlichen Gebäuden gehörte der damalige "Kaiserhof", ein Ballhaus und Vergnügungslokal. Am 18. September 1949 als Theater- und Konzerthaus eingeweiht, trägt es zu Ehren der 1697 im Gerichtshaus am Johannisplatz geborenen Reformatorin des deutschen Theaters und Schauspielerin Friederike Caroline Neuber den Namen "Neuberinhaus". Es ist Heimstätte für die Vogtlandphilharmonie Greiz/Reichenbach, deren Fusion am 3. Juni 1992 aus dem Staatlichen Vogtlandorchester und dem Sinfonieorchester Greiz über Ländergrenzen hinweg erfolgte.

Mit der Enteignung der größeren Industriebetriebe nach der Volksabstimmung in Sachsen 1946 entstanden die ersten volkseigenen Betriebe. 1952 wurde im heutigen Ortsteil Friesen die erste LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) gegründet. 1972 wurden die verbliebenen mittleren Privatbetriebe in Volkseigentum umgewandelt und zu Kombinaten zusammengeschlossen. Nach 1990 brach der traditionsreiche Zweig der Textilindustrie in Reichenbach zusammen.
(Copyright/Quelle:
http://www.reichenbach-vogtland.de/historie/stgesch1.htm)